Stationäre Pflege: Die richtige Balance

Individuelle Persönlichkeit! Unverwechselbare Geschichte! Besondere Lebenserfahrung! Eigene Fähigkeiten!

Was klingt wie die Beschreibung eines prominenten Akteurs der Zeitgeschichte beschreibt tatsächlich jeden Menschen. Ergo machen diese Zuschreibungen (und noch vieles mehr) auch jeden unserer Bewohner aus.

Wir wollen jeden Einzelnen in seiner komplexen Ganzheitlichkeit wahrnehmen und wir sind stets bestrebt, der ganz einzigartigen Persönlichkeit jedes unserer Bewohner gerecht zu werden. Dazu gehören die unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche der uns anvertrauten Menschen genauso wie Krankheit und Pflegebedürftigkeit. Ebenso wichtig sind Hobbies, die Familie, Lieblingslieder und Leidenschaften. 

Im Kontakt mit dem Bewohner und mit den Angehörigen entwickeln wir aus all dem individuelle Tagesabläufe, die wir mit Kompetenz und mit Herz umsetzen. Ein Ziel dabei ist es, die Lebensqualität zu erhalten oder gar zu erhöhen. Wünsche zur persönlichen Lebensgestaltung (etwa Spaziergänge, Einkauf, Arztwahl, Seelsorge u.v.m.) berücksichtigen wir dabei ebenso wie die konkreten Betreuungs- und Pflegebedürfnisse.

Unterstützung und Hilfe bei Aufstehen, Anziehen, Körperpflege oder Gehen sind selbstverständlich, sofern es nötig ist. Was der Bewohner noch alleine tun kann, wird gefördert und gestärkt.

Auch Menschen mit demenziellen Erkrankungen sind im Lutherstift gut aufgehoben. Dabei arbeiten wir inklusiv – Bewohner mit demenzieller Beeinträchtigung leben gemeinsam mit Menschen ohne eine solche Erkrankung auf den Wohnbereichen.

In enger Zusammenarbeit gewährleisten der Soziale Dienst und die Pflege Orientierung, Sicherheit und individuelle Alltagsbegleitung

Unsere Einzel- und Doppelzimmer bieten Raum für Privatsphäre mit der Möglichkeit, die Einrichtung mit eigenen Möbeln und Zeugnissen der persönlichen Biographie zu ergänzen. Telefon- und Kabelanschluss und eigenes Bad mit Dusche und Toilette sind grundsätzlich vorhanden. 

Bei aller Individualität wird im Lutherstift auch großer Wert auf Gemeinschaft gelegt: Auf den Wohnbereichen bieten gemütliche Aufenthaltsräume einen offenen Rahmen für Gespräche und Betätigungen mit anderen. Gemeinsame Aktivitäten finden hier statt oder in unseren Gruppenräumen und im Kirchsaal. Dorthin begleiten unsere Pfleger oder Ehrenamtlichen die Bewohner auch gerne zu hochkarätigen Veranstaltungen – hier erleben unsere Bewohner gemeinsam mit auswärtigen Besuchern und Angehörigen ganz besondere Konzertereignisse, die in der ganzen Stadt Widerhall finden.

Mit Empathie und Sachverstand suchen wir die jeweils individuelle Balance zwischen Privatsphäre & Gemeinschaft, zwischen Ruhe & Aktivität und zwischen Pflege & Selbständigkeit.

Kurzzeitpflege: Luft holen

Unsere Kurzzeitpflegeplätze bieten die Möglichkeit, einmal Luft zu holen und durchzuatmen. Das gilt sowohl für unsere Kurzzeitbewohner wie auch ihre Angehörigen und / oder Pflegenden.

Wenn die Angehörigen einmal in Urlaub fahren möchten oder selbst erkranken, dann wird die Pflege und Betreuung zuhause schwierig. Eine Lösung ist die Kurzzeitpflege im Lutherstift, die eine sichere, kompetente und empathische Betreuung gewährleistet.

Auch, wenn nach einem Krankenhausaufenthalt zeitweise ein erhöhter Pflegebedarf auftritt oder die Suche nach einem stationären Aufenthalt in einem geeigneten Haus noch nicht zum Erfolg geführt hat, ist die Kurzzeitpflege eine gute Übergangslösung. Der Aufenthalt im Lutherstift kann dabei dazu dienen, unser Haus unsere Mitarbeiter und ihre Leistungen im Alltag kennenzulernen: Probewohnen mit allem Komfort.

Das Wirken unserer Mitarbeiter für den Bewohner ist in der Kurzzeitpflege genauso umfangreich und kompetent wie im stationären Bereich. Und natürlich sind auch unsere Kurzzeitgäste eingeladen zu allen Aktivitäten und Veranstaltungen.

Service-Wohnen: komfortabel & selbständig

Auf die »eigenen vier Wände« möchte niemand ohne Not verzichten. Sie sind das persönliche Refugium, der Rückzugsort, an dem man sich sicher und frei fühlt.

Wer kann, möchte natürlich auch im Alter selbständig leben und seine Wohnung ganz nach seinem Gusto gestalten. Unsere Seniorenwohnungen bieten dazu alle Möglichkeiten.

In der Schusterstraße 19, direkt neben dem Lutherstift, vermieten wir barrierefreie Ein- und Zweiraumwohnungen zwischen 40 und 60 qm Größe. Alle Wohnungen haben Küche (mit E-Herd und Kühlschrank), Duschbad, Kabel-TV und Telefonanschluss. Das Haus verfügt über einen Aufzug und über kleine Balkone bzw. kleine Terrassen.

Sie können Serviceleistungen nach eigener Wahl in Anspruch nehmen. Dazu gehören z.B. der Wäscheservice, unsere Räume für private Feiern (auf Wunsch mit Partyservice), die Nutzung von Kiosk und Wintergarten-Café oder das Angebot, die Mahlzeiten aus unserer Küche in der eigenen Wohnung oder im Speisesaal einzunehmen.

Auch im Service-Wohnen gibt es immer die Wahl zwischen Ruhe in der Privatsphäre der eigenen Wohnung oder der Teilnahme an Angeboten für die Gemeinschaft. Die vielfältigen Möglichkeiten, Menschen zu begegnen, sie kennenzulernen und gemeinsam etwas zu erleben, machen die Lebensqualität des Wohnens hier aus.

Und der Weg zu unseren zahlreichen Kulturveranstaltungen ist genauso kurz wie zu den Gottesdiensten oder den Gruppenangeboten.

Soziale Betreuung

Unsere Mitarbeiter im Sozialen Dienst sind wahre „Netzwerker“, denn sie arbeiten mit allen Bereichen des Lutherstiftes zusammen. Und natürlich mit unseren Bewohnern. Für die Bewohner haben sie vor allem: Zeit.

Wie auch die seelsorgerliche Begleitung dient die soziale Betreuung der Seele und dem Geist der Menschen im Lutherstift. Sie werden im Alltag bei wirklich allen Sorgen und Freuden unterstützt.

Ein sehr intensiver Kontakt mit den einzelnen Bewohnern gewährleistet eine umfassende Hilfe bei demenziellen Veränderungen.

Aber der soziale Dienst organisiert auch Veranstaltungen, Feste und Ausflüge genauso wie Kooperationen mit den Akteuren im Stadtteil. Stets sind sie auf der Suche nach neuen Ideen, die unseren Bewohnern Freude und Inspiration bringen.

Jährlich stellen unsere Mitarbeiter etwa 190 Veranstaltungen auf die Beine – von der Morgenandacht bis zur Weihnachtsfeier, vom „Reisen ohne Koffer“ bis zu Ausflügen an den Rhein. Dazu gehören auch Angebote wie Musiktherapie auf den Wohnbereichen, Tanzen im Sitzen, Gymnastik für jung & alt in Kooperation mit einem Kindergarten, ein Männerstammtisch und vieles mehr.

Und wenn unsere Mitarbeiter im bunten Imbisswagen Currywurst und Pommes Frites feilbieteten, dann hält es keinen Bewohner im Haus.

Seelsorgerliche Begleitung

Eine umfassende, der Würde des Menschen gerecht werdende Pflege beinhaltet einen angemessenen Umgang mit schweren Krankheiten und dem Sterben. Der Satz „Der Tod gehört zum Leben“ ist richtig – und doch sind mit Sterben und Abschiednehmen viele Schmerzen und Schwierigkeiten verbunden. 

Im Lutherstift begleitet Pfarrer Jens Eichner unsere Bewohner wie auch ihre Angehörigen seelsorgerlich. Diese Arbeit geht im wahrsten Sinne des Wortes an die Existenz und berührt nahezu alle Bereiche eines Seniorenzentrums. Ob es um eine Wunschkost geht oder eine besondere, individuell gewünschte Form des Abschiednehmens: Arbeitsabläufe müssen flexibel genug sein, um außerordentliche Bedürfnisse zu befriedigen. Deshalb gibt es bei uns eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe, die sich darum kümmert, den hospizlich-palliativen Gedanken im Bewusstsein aller Mitarbeiter zu festigen. 


Angehörigenbetreuung

setzt mit dem Einzug des Bewohners im Lutherstift ein. Eine Demenzerkrankung des Bewohners z.B. kann schwierige innerfamiliäre Konflikte auslösen. Die Erstellung einer Patientenverfügung etwa ist juristisch diffizil. Mit diesen und allen anderen Problemen lassen wir die Angehörigen nicht allein.

Sterbebegleitung

hört im Lutherstift nicht mit dem Tod auf. Die Ermöglichung einer würdevollen Bestattung auch unter schwierigen Umständen ist uns wichtig. Wo gewünscht, nimmt Pfarrer Eichner auch die Aussegnung im Beisein der Angehörigen vor. Im „Raum der Stille“ kann dem verstorbenen Menschen gedacht werden. Bilder, persönliche Gegenstände, ein Kondolenzbuch machen diesen Raum zu einem sehr intimen und geschützten Ort für intensive Momente des Abschieds.

Zum Ende des Kirchenjahres (vor dem ersten Advent also) hält Pfarrer Eichner einen Gedenkgottesdienst für die in den vergangenen zwölf Monaten verstorbenen Menschen. Dazu werden alle Angehörigen eingeladen.


Das Trauercafé

ist ein geschützter Ort mit einer offenen Atmosphäre. Angehörige, die unter dem Verlust eines Menschen leiden oder jemanden auf seinem letzten Weg begleiten, treffen hier auf Menschen, mit denen sie diese belastenden Erlebnisse teilen können. Hier ist Raum und Zeit für individuelle Aspekte in der Gemeinschaft – oder auch im Zwiegespräch mit Pfarrer Eichner. Im Austausch ist es leichter, Trauer in Leben und Alltag zu integrieren. 

 

Übrigens: Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen führt in seiner Publikation „Hospizkultur und Palliativversorgung in Pflegeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen“ (2014) das Trauercafé im Lutherstift unter „NRW-Projekte zur Palliativversorgung in Altenpflegeeinrichtungen“ auf.